Die Stärken und Schwächen des Großraumbüros
Als „Großraumbüro“ werden offene Büroflächen mit einer Größe von mindestens 400 m2 bezeichnet.
Diese Büroform ist in vielen Arbeitssituationen dem Einzelbüro überlegen. Die Kommunikationswege sind sehr kurz. Die Ausstattung der Arbeitsplätze wird nicht durch räumliche Einschränkungen beeinträchtigt. Die flexible Raumgestaltung erleichtert die Arbeitsorganisation: Teams können entsprechend der Aufgabenstellung gebildet und jederzeit den aktuellen Anforderungen angepasst werden, notwendige technische Veränderungen lassen sich leichter integrieren.
Aber im Großraumbüro gibt es auch eine Reihe von möglichen „Störfaktoren“, die die Arbeitsqualität im Vergleich zum Einzelbüro negativ beeinträchtigen: Ein zu hoher Lärmpegel erschwert die Konzentration und das Führen von Telefongesprächen, bei denen die Genauigkeit der Informationsübermittlung besonders wichtig ist. Die offenen Arbeitsplätze eliminieren nicht nur jede Privatsphäre, sondern bringen auch viele visuelle Ablenkungen mit sich. Das Tageslicht erreicht den zentralen Bereich des Büros in der Regel nicht. Die Lichtverhältnisse in dem Büro werden den individuellen Anforderungen nicht gerecht. Und das Raumklima kann nicht den persönlichen Wünschen aller Anwesenden entsprechen.
Das optimale Großraumbüro
Wenn das Großraumbüro eine echte Alternative zum Einzelbüro sein soll, muss die Anzahl der Arbeitsplätze möglichst gering gehalten werden. Die Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zur Grundfläche pro Arbeitsplatz helfen, viele Probleme zu reduzieren. Die Vorgaben aus den Arbeitsstättenrichtlinien zur Breite der Verkehrswege sind Mindestvoraussetzungen.
Die Klimaanlage sollte es ermöglichen, dass der Mitarbeiter die Temperatur an seinem Arbeitsplatz begrenzt individuell regeln kann. Ein Unterschied von 3 Grad zur Umgebungstemperatur kommt hier schon dem subjektiven Temperaturempfinden entgegen.
Das Wohlbefinden und die Motivation der Mitarbeiter kann von Büroform zu Büroform stark variieren.
Die Beleuchtung eines Großraumbüros muss mindestens eine Lichtstärke von 750 Lux bieten. Das Zentrum des Raums bedarf – wegen des fehlenden Tageslichts – besonderer Aufmerksamkeit. Eine eigene Arbeitsplatzleuchte ermöglicht es dem Mitarbeiter, die Beleuchtung seinen Bedürfnissen anzupassen.
Um die Vorteile des Großraumbüros gegenüber dem Einzelbüro optimal zu nutzen, müssen an die Strukturierung des Raums und die Ausstattung hohe Anforderungen gestellt werden. Trennwandsysteme bieten nicht nur Sichtschutz, austauschbare Verblendungen bieten die Möglichkeit, den Arbeitsplatz individuell zu gestalten. Trennwände mit integrierter Schallabsorbierung ergänzen die Geräuschdämmung durch Wand- und Deckenabsorber sowie einen geräuschdämmenden Bodenbelag. Auch die Büromöbel können durch entsprechende Oberflächen den Geräuschpegel senken. Zusätzlich bekämpft ein künstliches Hintergrundrauschen mit geringem Pegel durch den “Masking-Effekt” störende Einzelgeräusche.
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